Chad Hetherington & Molly Ploe

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Seit ihrer Veröffentlichung im Mai 2024 haben sich die KI-Übersichten von Google – kurz KIÜs – zu einer festen Größe entwickelt und werden immer häufiger auf den Suchmaschinenergebnisseiten (SERPs) angezeigt. Seit März sind sie auch auf deutschen Geräten verfügbar.

Aus Sicht der Nutzer*innen haben KIÜs ihre Fans und natürlich auch ihre Gegner*innen. Aus geschäftlicher Sicht sind sie jedoch die begehrtesten SERP-Flächen, die Sie gewinnen können … kostenlos. KIÜs erheben ihren Anspruch auf die Position Null – vor den organischen Ergebnissen und sogar vor gesponserten Inhalten.

Allerdings ist es etwas rätselhaft, wie die Algorithmen von Google auswählen, welche Links in KIÜs angezeigt werden sollen. Einige Brafton-Mitarbeiter*innen haben sich hinter den Kulissen mit den KI-Übersichten befasst, um herauszufinden, wie sie ticken. Hier erfahren Sie, was sie herausgefunden haben.

KI-Übersichten vs. traditionelle SERP-Funktionen

KIÜs unterscheiden sich von allen anderen SERP-Funktionen, die wir bisher gesehen haben. Während sie in Bezug auf die Platzierung und den Inhalt scheinbar mit Featured Snippets vergleichbar sind, sind sie doch einzigartiger – sowohl in ihrer Funktionsweise als auch in dem, was sie zeigen.

KI-Übersichten

Die KI-Übersichten von Google (früher Search Generative Experience oder SGE genannt) nutzen generative KI, um Antworten aus mehreren Quellen zusammenzufassen und eine prägnante, KI-generierte Antwort am Anfang der Suchergebnisse zu präsentieren. Die angezeigten Ergebnisse können mit Quellen verlinkt sein oder auch nicht, unserer Erfahrung nach sind sie es aber meistens.

KIÜs bieten eine überschaubare und detaillierte Antwort, sodass es oft nicht notwendig ist, auf mehrere Links zu klicken, um die Antwort zu kontextualisieren, auch wenn normalerweise mehr als ein Link angezeigt wird. Die Benutzer*innen erhalten zusammengefasste Informationen aus verschiedenen Quellen in einer Ansicht.

Featured Snippets

Im Gegensatz zu KIÜs sind Featured Snippets kurze, direkte Auszüge aus einer einzelnen Webseite, die Google als beste Antwort auf eine Suchanfrage auswählt. Aus Sicht der User bieten Featured Snippets eine schnelle Antwort auf eine Suchanfrage, erfordern aber oft, dass die Nutzer*innen auf den Link klicken, um zusätzlichen Kontext zu erhalten.

Vor den KIÜs war der Gewinn von Featured Snippets für die meisten Marketing-Fachleute von höchster Priorität. Das ist immer noch so, da Featured Snippets nicht vollständig ersetzt wurden, aber KIÜs sind immer häufiger in den SERPs zu finden, was bedeutet, dass eine Änderung der Strategie angebracht ist.

Häufigkeit von SERP-Funktionen

Daten von Semrush schätzen, dass KI-Übersichten in fast 8 % der Fälle über alle thematischen Kategorien hinweg in den SERPs erscheinen, während Featured Snippets – einst die Königsklasse der SERPs – etwa in 3 % aller Suchen erscheinen. Die Prozentsätze für KIÜs schwankten im vergangenen Monat leicht und reichten von etwa sechs bis knapp über 10 %, während Featured Snippets konstant bei etwa 3 % blieben.

Die fünf wichtigsten Themenkategorien, in denen eine KIÜ vorkommt, sind:

  • Reisen: 14,6 %
  • Computer und Elektronik: 15.9 %
  • Gesundheit: 23 %
  • Wissenschaft: 25 %
  • Menschen und Gesellschaft: 25,3 %

Eine Studie von Advanced Web Rankings, bei der 8 000 Suchbegriffe analysiert wurden, ergab, dass KIÜs in 12,4 % der Fälle auftauchten. Die Branchen, die am häufigsten eines dieser SERP-Merkmale aufweisen:

  • Gesundheit: 85 %
  • Sicherheit: 73 %
  • Technik: 70 %
  • Bildung: 68 %
  • Rechtliches: 62 %
  • SEO: 61 %

SEO ist interessant, denn die meisten dieser Kategorien sind YMYL-Themen (Your Money, Your Life), d. h. Themen, die Google mit größter Bedeutung behandelt. SEO hingegen hat nur selten Auswirkungen auf das Geld oder das Leben des Einzelnen – und doch ist es da. Könnte es sein, dass Google die Zielgruppe anspricht, die am ehesten von dieser Funktion besessen ist?

Was wir darüber gelernt haben, wie die KIÜ verlinkte Inhalte auswählt

Die SEO-Fachleute von Brafton haben unzählige Stunden damit verbracht, Keywords und SERPs, die KIÜs anzeigen, zu analysieren, um herauszufinden, wie Googles Algorithmen Links für die Nutzer*innen auswählen. Google hat zwar gesagt, dass Unternehmen nicht unbedingt etwas anders machen müssen, um von einer KIÜ aufgenommen zu werden, aber unsere Experten und Expertinnen haben herausgefunden, dass diese besonderen Elemente Ihnen eine bessere Chance auf eine Aufnahme geben können:

1. Die Art der Suchanfrage spielt eine Rolle

KIÜs erscheinen nicht auf jeder SERP und für jede Suchanfrage – zumindest noch nicht. Wir haben festgestellt, dass Informationsanfragen – genauer gesagt, Suchanfragen nach Definitionen – häufiger eine KIÜ hervorrufen als andere Suchanfragen.

Nutzer*innen, die Informationsanfragen stellen, sind auf der Suche nach Wissen oder Antworten. Diese Art von Suchanfragen enthalten oft Schlüsselwörter wie „wie“, „warum“, „was“ oder „was sind“, sodass Inhalte, die Fragen direkt und prägnant beantworten oder Definitionen wiedergeben, ein wichtiger Faktor für die Funktionsweise von KIÜs sind.

2. Rankende Keywords sind König

Die KI-Übersichten von Google folgen dem allgemeinen Prinzip, umfassende Antworten aus einer Vielzahl relevanter Quellen zu liefern. Unsere Experten und Expertinnen haben herausgefunden, dass die Wahrscheinlichkeit, in den KIÜs aufzutauchen, mit der Anzahl der bereits gerankten Suchbegriffe bei Google steigt.

Das bedeutet nicht unbedingt, dass eine Seite in den Top-3-Positionen – oder sogar auf Seite 1 – erscheinen muss, um aufgenommen zu werden. Wir haben festgestellt, dass Seiten mit suboptimalen Rankings ohnehin für KIÜs ausgewählt wurden. Dies deckt sich mit der Feststellung von Advanced Web Rankings, dass 46,5 % der einbezogenen URLs außerhalb der ersten 50 organischen Ergebnisse gefunden wurden.

3. Vergessen Sie Ihr Schema-Markup nicht

Philip Weafer, Director of SEO bei Brafton und einer der führenden Köpfe bei der Entdeckung der Merkmale von KIÜs, stellte fest: „Definierte Markup-Schemata standen in direktem Zusammenhang mit dem Auftreten von KIÜs, insbesondere bei informativen Suchanfragen.“ Die Implementierung von Schema-Markup, um Google klare und präzise Informationen über Ihre Inhalte zu liefern, kann Ihre Chancen verbessern, sowohl für Featured Snippets als auch für AI-Overviews ausgewählt zu werden.

4. Semantische SEO

Unseren Fachleuten zufolge bevorzugen KIÜs prägnante und semantisch ähnliche Inhalte. Dies führt zu einer weiteren Abkehr von Strategien wie Keyword-Stuffing, die Ihrer Suchmaschinenoptimierung aktiv schaden können, und zu einem besseren Verständnis und der Entwicklung semantischer Beziehungen zwischen Wörtern und Konzepten. Die Verwendung von Synonymen, verwandten Begriffen und kontextbezogener Sprache kann Ihnen helfen, ein robustes Netzwerk verwandter Keywords aufzubauen, das Ihre Chancen auf einen Platz in den KIÜs verbessern kann.

5. Backlinks und verweisende Domains

Bei unseren Analysen haben wir festgestellt, dass Backlinks und verweisende Domains eine große Rolle bei der Aufnahme in KI-Übersichten zu spielen scheinen:

  • Backlinks: Im Durchschnitt hatten die Links von Seiten, die in KIÜs auftauchen, 31 % mehr Backlinks als diejenigen, die nicht auftauchen.
  • Verweisende Domains: Seiten, die in einer KIÜ erscheinen, hatten im Durchschnitt etwa 30 % mehr verweisende Domains als Seiten, die nicht erscheinen.

6. Domain- und URL-Bewertung

In Bezug auf Domain- und URL-Rating entdeckten unsere Experten und Expertinnen einen Unterschied von 4 Punkten beim Top-Rating für Seiten, die in KIÜs rangierten, im Vergleich zu Seiten, die nicht aufgeführt waren.

Das URL-Rating ist ein von Ahrefs berechneter Maßstab für die Autorität einer Seite. Ähnlich wie beim Domain-Rating waren die URL-Bewertungen für Seiten, die in KIÜs aufgeführt waren, im Durchschnitt 6 % höher als für Seiten, die nicht aufgeführt waren.

Die Auswirkungen von KIÜs auf den organischen Traffic

Da die KI-Übersichten von Google problemlos Null-Klick-Suchen unterstützen, haben viele spekuliert, dass das Erscheinen in einer zu einem Rückgang des organischen Traffics führen würde. Dies ist ein etwas kontroverses Thema, bei dem die Medien das gesamte Spektrum der Möglichkeiten aufzeigen:

  • Search Engine Land sagt, dass KI-Übersichten den Traffic verringern werden.
  • Martech sagt, KIÜs hätten kaum Auswirkungen auf den Traffic.
  • Conductor berichtet, dass KIÜs einen positiven Einfluss auf den Website-Traffic haben.

Wenn Seiten tatsächlich durch KIÜs Traffic erhalten, sind die Leute immer noch gezwungen, sich durchzuklicken, obwohl sie eine umfassendere SERP-Ressource als Featured Snippets sind. Vielleicht liegt es daran, dass die Nutzer*innen die generierten Inhalte auf ihre Richtigkeit hin überprüfen.

Bei unseren Untersuchungen fanden unsere Experten und Expertinnen heraus, dass Seiten, die in KIÜs aufgeführt sind, fast sechsmal so viel organischen Traffic haben wie Seiten, die nicht aufgeführt sind. Das haben uns unsere Daten verraten, aber es könnte sich um ein klassisches Huhn-und-Ei-Problem handeln: Haben sich unsere Seiten mit hohem Traffic ihren Platz in KIÜs aufgrund des Traffics (und anderer Faktoren, die den Traffic unterstützen) verdient, oder erhalten sie Traffic von KIÜs?

Die Antwort ist im Moment unklar, und Google bietet wenig Hilfe. Es gibt keine direkte Möglichkeit, den Traffic von KIÜs zu verfolgen. Am besten ist es, den Traffic auf Seiten zu verfolgen, die bekanntermaßen in KIÜs erscheinen. Das können Sie mit Keyword-Tracking-Tools wie Ahrefs oder Semrush herausfinden. Hier sehen Sie, wie das in Ahrefs aussieht:

Abschließende Überlegungen

KIÜs – und künstliche Intelligenz im Allgemeinen – verändern sich schnell. Das macht es schwierig, sich auf eine feste Strategie festzulegen, um eine Platzierung zu garantieren, wie wir es bei der traditionellen Suchmaschinenoptimierung können. Dennoch sind diese von unseren Fachleuten aufgedeckten Erkenntnisse der Anfang eines klareren Weges zur Optimierung für KIÜs, und Brafton hat bereits damit begonnen, diese Erkenntnisse für mehrere Kunden und Kundinnen zu nutzen, um ihnen zu helfen, KIÜs zu verbessern.

Je mehr wir über die Funktionsweise von KIÜs erfahren, desto mehr werden wir uns anpassen und über die neuesten und effektivsten Ansätze beraten, um die begehrte Position Null zu erreichen – so wie wir es immer getan haben.