Ben Crosby

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Es ist kaum zu glauben, dass generative künstliche Intelligenz (KI) in weniger als zwei Jahren die Erstellung von Inhalten komplett revolutioniert hat. Von Blogs und Social-Media-Beiträgen bis hin zu Bildern und Videos – KI-generierte Inhalte sind scheinbar überall zu finden, aber das bedeutet auch, dass Transparenz noch nie so wichtig war wie heute.

Ganz gleich, ob Sie bei kreativer Arbeit KI-Tools zur Unterstützung Ihres Prozesses einsetzen oder untersuchen, wie generierte Inhalte Ihre Prozesse optimieren können – es ist wichtig, Ihr Publikum darüber zu informieren, wenn Sie diese Tools verwenden.

KI-Disclaimer dienen genau diesem Zweck: Sie informieren Ihr Publikum darüber, wenn Sie KI-Technologie bei der Erstellung von Inhalten einsetzen. Diese Vorgehensweise schafft nicht nur Vertrauen bei Ihrem Publikum, sondern gewährleistet auch die Einhaltung ethischer Standards und neuer Vorschriften. Dies ist besonders wichtig, da die Grenzen zwischen menschlicher und maschinell erstellter Arbeit immer mehr verschwimmen.

Damit Ihre Zielgruppe Sie weiterhin als vertrauenswürdig, authentisch und glaubwürdig wahrnimmt, wollen wir alles Wissenswerte über KI-Hinweise erkunden – einschließlich der Frage, warum Sie sie benötigen, wann Sie sie verwenden sollten und wie Sie sie für Ihre Inhalte verfassen können.

Bevor wir jedoch loslegen, sollte ich vielleicht erwähnen, dass ich KI verwendet habe, um diesen Blog zu entwerfen (er wurde jedoch von einem Menschen redigiert und angepasst).

Warum benötigen Sie einen Disclaimer für KI-generierte Inhalte?

Die Wahrheit ist, dass Sie je nach Branche wahrscheinlich keinen benötigen. Zumindest derzeit nicht. 

Sicher, Sie könnten KI-generiertes Material veröffentlichen, ohne jemandem davon zu erzählen, aber wenn Ihre Zielgruppe davon erfährt, könnten Sie den Ruf Ihrer Marke gefährden. Und obwohl Sie zweifellos alle Inhalte, die mit einem KI-Tool erstellt wurden, sorgfältig auf Ungenauigkeiten überprüfen, sendet mangelnde Transparenz falsche Signale an Ihre Zielgruppe hinsichtlich der Vertrauenswürdigkeit und Glaubwürdigkeit Ihres Unternehmens.

Außerdem könnten Sie sich rechtlichen Konsequenzen aufgrund irreführender Inhalte und Verletzung von Rechten des geistigen Eigentums aussetzen. Zwar handelt es sich hierbei derzeit noch um eine Grauzone, doch könnten neue Vorschriften wie der in den USA vorgeschlagene AI Disclosure Act bald einen ausdrücklichen Disclaimer für alle KI-generierten Inhalte vorschreiben. 

Auch in der EU wird bereits die Einführung einer KI-Verordnung vorbereitet. Diese sieht aktuell zwar nur eine Kennzeichnungspflicht für Deep Fakes vor, aber auch hier könnten in Zukunft weiterreichende Pflichten eingeführt werden. Die Nichteinhaltung entsprechender Vorschriften könnte zu rechtlichen Problemen und möglichen Geldstrafen führen.

Disclaimer sind auch eine gute Praxis für SEO. Suchmaschinen bevorzugen ehrliche, klare Inhalte und meiden Seiten mit irreführenden Praktiken oder generischen, KI-generierten Inhalten. 

Aber hier stellt sich die Frage: Ab wann sind Inhalte nicht mehr „handgefertigt“, sondern „KI-optimiert“? Mit anderen Worten …

Wann sollten Sie einen KI-Disclaimer verwenden?

Auch hier befinden wir uns wieder in einer Grauzone, da die Entscheidung, wann ein KI-Disclaimer verwendet werden sollte, recht nuanciert sein kann. 

Im Allgemeinen gilt: Wenn ein KI-Tool eine wesentliche Rolle bei der Erstellung oder Gestaltung Ihrer Inhalte spielt, ist es empfehlenswert, einen Disclaimer einzufügen. Dies gilt insbesondere für Inhalte, die stark von KI-Systemen abhängig sind, wie KI-generierte Bilder und Blogbeiträge oder sogar automatisierte Social-Media-Beiträge.

Bei Inhalten, bei denen KI nur minimal zum Einsatz kommt, wie z. B. einem Tool, das lediglich bei der Korrektur der Grammatik hilft oder Vorschläge für Überschriften liefert, ist die Notwendigkeit eines Disclaimers vermutlich weniger eindeutig. In diesen Fällen hängt es oft davon ab, inwieweit KI Einfluss auf das Endergebnis hatte. 

AI-Disclaimer sind oft unerlässlich, wenn es darum  geht, bei sensiblen oder kritischen Inhalten jegliche Art von Risiko zu vermeiden. Dazu gehören Bereiche wie medizinische Beratung, Finanzberatung oder alle Inhalte, bei denen Genauigkeit von größter Bedeutung ist. 

KI und Ethik

Wenn es um KI und Sensibilität geht, wird auch die Navigation durch die ethische Landschaft dieser Tools immer komplexer. 

Wenn wir über KI-Ethik sprechen, diskutieren wir nicht nur über Algorithmen und Daten, sondern auch über die weiterreichenden Auswirkungen auf Transparenz und Verantwortlichkeit. Der Einsatz generativer KI-Tools zur Erstellung von Inhalten wirft Fragen zur Authentizität und zur Rolle der menschlichen Kontrolle auf – unabhängig davon, ob es sich um ein KI-System handelt, das Bilder erzeugt, oder um einen KI-Chatbot, der Antworten entwirft. 

Eine ordnungsgemäße Offenlegung der KI hilft, diese Bedenken auszuräumen, sodass Ihr Publikum versteht, wie KI an der Erstellung der von ihm konsumierten Inhalte beteiligt war.

5 Beispiele für KI-Disclaimer

Und nun endlich das, weswegen Sie hier sind: Beispiele, die Ihnen als Inspiration für Ihren KI-Disclaimer dienen können. 

1. Googles KI-Übersicht (Gemini)

Den Anfang macht die neue KI-Übersicht von Google, die auf Gemini basiert – dem generativen KI-Chatbot des Unternehmens. Wenn Sie bestimmte Begriffe oder Fragen suchen, bietet die KI-Übersicht eine Zusammenfassung der Informationen aus den besten Suchergebnissen.

Um das Beispiel für den KI-Disclaimer von Google zu sehen, klicken Sie auf die drei vertikalen Punkte in der rechten oberen Ecke, woraufhin diese Seitenleiste angezeigt wird:

Hier informiert Google den Nutzer darüber, dass diese Ergebnisse von einer KI generiert wurden und dass die Qualität der Informationen aufgrund des experimentellen Charakters der Funktion Schwankungen unterliegen kann. Es ist zwar klar, dass die bereitgestellten Inhalte von einem KI-Chatbot stammen, aber die Aussage „Die Qualität der Informationen kann variieren“ ist angesichts der problematischen (und lustigen) Einführung dieser Funktion etwas untertrieben. Das zeigt zum Beispiel folgendes Bild, bei dem Nutzern empfohlen wird, jeden Tag einen Stein zu essen, um die darin enthaltenen Vitamine und Mineralien aufzunehmen:

2. ChatGPT (OpenAI)

ChatGPT, entwickelt von OpenAI, ist derzeit wahrscheinlich das bekannteste und am weitesten verbreitete generative KI-Tool

Der Disclaimer von OpenAI für das Tool ist einfach und unmissverständlich: „ChatGPT kann Fehler machen. Überprüfen Sie wichtige Informationen.“

Da ChatGPT Antworten auf der Grundlage umfangreicher Dateneingaben generiert und kein kritisches Denken besitzt, kann es keine sachliche Richtigkeit garantieren und möglicherweise falsche oder irreführende Inhalte produzieren. Die Offenlegung überträgt die Verantwortung für die Überprüfung der Fakten auf den Nutzer.

3. Der KI-DJ von Spotify

Im Jahr 2023 hat die beliebte Musikplattform Spotify ihre KI-DJ-Funktion für Kunden in Nordamerika eingeführt. Diese verspricht personalisierte Musikempfehlungen und Playlists basierend auf den Hörgewohnheiten der Nutzer.

DJ X, wie er genannt wird, verfügt über eine beeindruckend natürlich klingende KI-generierte Stimme, die sich selbst kurz vorstellt. Auch wenn es sich hierbei nicht um einen visuellen Disclaimer handelt, ist diese Vorgehensweise für Spotify-Nutzer, die häufig eine Playlist im Hintergrund laufen lassen – sei es unterwegs oder während sie sich auf eine Aufgabe konzentrieren – absolut sinnvoll.

4. TripAdvisor

Man könnte erwarten, dass KI-Algorithmen TripAdvisor dabei helfen, Empfehlungen zu filtern und zu präsentieren, aber wussten Sie, dass sie auch zum Verfassen von Beschreibungen zu Sehenswürdigkeiten verwendet werden? 

Wenn Sie nach Aktivitäten in einer bestimmten Region suchen, achten Sie auf diese beiden Diamantsymbole und die Information „i“ wie hier:

Klicken Sie auf das „i“, um einen Hinweis anzuzeigen, dass die Beschreibung von KI generiert wurde und dass TripAdvisor „für diese Beschreibung nicht verantwortlich ist“.

Dieser Disclaimer enthält auch einen Link, über den Sie Feedback zu ungenauen oder irreführenden Inhalten geben können, damit TripAdvisor Fehler minimieren kann.

5. Canva

Unser letztes Beispiel für einen KI-Disclaimer stammt von Canva, einem wichtigen Akteur im Bereich der KI. Gemäß der KI-Sicherheitsrichtlinie von Canva ist das Unternehmen transparent hinsichtlich der Verwendung von „generativer KI in Funktionen wie Text to Image, Magic Write™, Magic Edit und Translate, um Inhalte auf der Grundlage Ihrer Eingaben zu erstellen“.

Canva integriert KI auch, um Funktionen wie Designvorschläge, automatisierte Layoutverbesserungen und kreative Tools anzubieten, die den Designprozess für Benutzer optimieren. Insbesondere die Text-zu-Bild-Funktion bietet die Möglichkeit, vollständig KI-generierte Bilder zu erstellen.

Allerdings zeigt das Tool die Meldung „Bei der Verwendung dieser Bilder gelten bestimmte Regeln“ mit einem Link zu weiteren Informationen an. Gemäß den Nutzungsbedingungen von Canva ist es Nutzern untersagt, dieses KI-generierte Material als ihre eigene Schöpfung auszugeben.

Diese Transparenz soll den Nutzern versichern, dass die KI-Funktionen der Plattform dazu dienen, die menschliche Kreativität zu ergänzen und zu verbessern, nicht sie zu ersetzen.

Best Practices für KI-Disclaimer

Nachdem Sie nun eine Vorstellung davon haben, wie Ihr KI-Disclaimer aussehen und was er enthalten sollte, werfen wir einen Blick auf einige Best Practices für diese neue Ära der Transparenz und Vertrauenswürdigkeit:

1. Seien Sie konsistent

Konsistenz ist der Schlüssel zu KI-Disclaimern. Legen Sie klare Richtlinien für all Ihre Inhalte fest, wann und wie Sie die Verwendung von KI offenlegen. Das bedeutet, dass Sie Ihre Disclaimervorlagen regelmäßig aktualisieren und sicherstellen müssen, dass sie alle Änderungen in Ihrer KI-Nutzung oder relevanten Vorschriften widerspiegeln. 

Konsistenz hilft nicht nur dabei, das Vertrauen Ihrer Zielgruppe zu wahren, sondern vermeidet auch Verwirrung über die Rolle von KI in Ihrem Content-Erstellungsprozess. Es ist entscheidend, dass Sie auf verschiedenen Plattformen und bei verschiedenen Content-Typen – egal ob Blogbeitrag, Social-Media-Update oder Multimedia-Content – das gleiche Maß an Transparenz und Detailgenauigkeit anwenden.

2. Verwenden Sie eine klare Sprache

Bei der Erstellung von KI-Disclaimern sollte Klarheit oberste Priorität haben. Verwenden Sie eine einfache und eindeutige Sprache, um zu beschreiben, wie KI-Tools in Ihren Inhalten eingesetzt wurden. Vermeiden Sie Fachjargon oder technische Begriffe, die Ihre Zielgruppe verwirren könnten. 

Ein klarer Disclaimer sollte die Rolle der KI bei der Erstellung von Inhalten und alle damit verbundenen Einschränkungen ausdrücklich erwähnen. Wenn beispielsweise KI zur Erstellung von Texten oder Bildern verwendet wurde, stellen Sie sicher, dass dies klar kommuniziert wird, um missverständliche Eindrücke zu vermeiden.

3. Regelmäßige Überprüfung

Die KI-Technologie entwickelt sich rasant weiter, daher sollten Sie Ihre Disclaimer regelmäßig überprüfen und aktualisieren. Überprüfen Sie Ihre Disclaimer in sinnvollen Abständen, um sicherzustellen, dass sie auch bei neuen KI-Tools und Vorschriften relevant und korrekt sind. Dazu gehört auch, dass Sie Disclaimer überarbeiten, um Änderungen in Ihrer KI-Nutzung, den gesetzlichen Anforderungen oder den Branchenstandards Rechnung zu tragen. 

Durch die proaktive Aktualisierung Ihrer Disclaimer gewährleisten Sie kontinuierliche Transparenz und sichern Ihre Glaubwürdigkeit gegenüber Ihrem Publikum.

Da generative KI die Landschaft der Contenterstellung weiterhin prägt, wird das Verständnis und die Umsetzung wirksamer KI-Disclaimer immer wichtiger. Durch die Einbeziehung dieser Best Practices können Sie die Glaubwürdigkeit Ihrer Inhalte verbessern, rechtliche und ethische Standards erfüllen und eine transparentere Beziehung zu Ihrem Publikum aufbauen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde ursprünglich auf contentmarketing.ai veröffentlicht.