Chad Hetherington

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Fast alle Marketing-Fachleute wissen ein oder zwei Dinge über SEO. Es ist das Rückgrat unserer Bemühungen und verleiht allem, was wir produzieren, Leben. Ignoriert man SEO, ist das fast wie ein Todesurteil für die Inhalte – mit praktisch keinen Ergebnissen.

Klingt beängstigend? Ist es auch. Genau das machen aber manche Marketing-Verantwortliche, wenn sie zu Tools wie ChatGPT greifen, um schnell Content zu erstellen. Missverstehen Sie uns nicht: Wir sind große Fans von künstlicher Intelligenz und all den Möglichkeiten, wie sie unser Leben als Marketer erleichtern und unsere Inhalte effektiver machen kann. Aber SEO zu vernachlässigen und nur auf ultraschnellen Content zu setzen, ist keine Erfolg versprechende Strategie.

Selbst wenn Sie der „metallischen Intelligenz“ eine Gliederung mit SEO-Empfehlungen von zuverlässigen Tools wie Clearscope gegeben haben, um für ein bestimmtes Keyword zu ranken, ignorieren Sie möglicherweise einen ganzen (und wichtigen) Aspekt der Suchmaschinenoptimierung: das Nutzerverhalten.

Sprechen wir also darüber.

Wessen Verhalten? Das Nutzerverhalten

Google legt großen Wert auf die Sucherfahrung der Nutzer*innen. Sicher steht der Umsatz an erster Stelle, aber das Nutzererlebnis folgt, wenn wir die Prioritäten „ranken“ müssten.

Google will (ja, muss sogar) wissen, ob die Suchergebnisse für einen bestimmten Begriff überhaupt gut sind. Und wie machen sie das? Indem ihre Bots besonders genau auf drei wichtige Nutzersignale achten:

Click-Through-Rate (CTR)

Die CTR ist der Prozentsatz der Nutzer*innen, die auf Ihren Website-Link klicken, wenn er in den Suchergebnisseiten erscheint.

Eine höhere CTR zeigt an, dass Ihr Title-Tag und Ihre Meta-Beschreibung ansprechend und relevant für die Suchanfragen sind. Für die Suchmaschinen signalisiert das, dass Ihre Seite gut zu den entsprechenden Suchanfragen passt. Wenn hingegen nur wenige Personen auf ein bestimmtes Suchergebnis klicken, rutscht es weiter nach unten.

Bounce-Rate oder Pogo-Sticking

Pogo-Sticking tritt auf, wenn Besucher*innen zu den Suchergebnissen zurückkehren, kurz nachdem sie auf Ihre Website geklickt haben – in der Regel innerhalb von 10 Sekunden oder weniger. Eine hohe Absprungrate (Bounce-Rate), zu der auch Pogo-Sticking gehört, kann darauf hindeuten, dass der Content nicht den Erwartungen entspricht oder die Nutzererfahrung schlecht ist. Dies kann dazu führen, dass Suchmaschinen Ihre Rankings nach unten korrigieren.

Wenn Nutzer*innen immer wieder aus einem bestimmten Suchergebnis zurückspringen, nur um auf ein anderes Ergebnis in der Liste zu klicken, ist das ein schlechtes Signal für Google.

Verweildauer (Dwell Time)

Die Zeit, die ein User auf Ihrer Seite verbringt, nennt man Verweildauer. Längere Verweildauern deuten in der Regel darauf hin, dass Ihre Inhalte wertvoll und ansprechend sind. Das wirkt sich positiv auf Ihre SEO-Rankings aus. Umgekehrt kann es ein schlechtes Zeichen sein, wenn ein User Ihre Seite schnell verlässt und auf anderen Websites, die in den Suchergebnissen auftauchen, mehr Zeit verbringt. Wenn das oft passiert, glauben Googles penible Algorithmen, Ihre Website sei das schwache Glied in der Kette.

Was das alles mit ChatGPT zu tun hat, fragen Sie? Hier eine Gegenfrage:

Was genau tut ChatGPT, während es Content erstellt, um sicherzustellen, dass Google alle richtigen Nutzersignale empfängt?

Nichts. Null. Nada. Es ist nun mal ein Content-Tool – kein SEO-Tool. Es kann (noch) nicht verstehen, warum Menschen mit Ihren Inhalten auf eine bestimmte Weise interagieren. Diese Feinabstimmung bleibt also Ihnen überlassen.

Füttern Sie die Maschine nicht, nur um sie später zu ignorieren

Wir befürworten den Einsatz von KI, um Ihre Content-Marketing-Workflows zu verbessern (Sie lesen diesen Artikel ja auf einem Blog, der sich rund um KI dreht). Aber auch die besten Algorithmen der Welt können nicht das Nutzerverhalten erfassen oder Ihre Website für bessere Ergebnisse optimieren. Content spielt dabei zwar eine Rolle, doch es gibt viele weitere wichtige Aspekte der Suchmaschinenoptimierung, die über das bloße Schreiben (oder Generieren) von Inhalten und deren Veröffentlichung auf Ihrer Website hinausgehen.

7 Möglichkeiten, Ihre Website für das Nutzerverhalten zu optimieren

Wenn Sie wichtige Nutzersignale wie CTR, Absprungrate und Verweildauer verstehen und optimieren, steigern Sie den wahrgenommenen Wert und die Relevanz Ihrer Website aus Sicht der mächtigen Suchmaschinen. Im Folgenden finden Sie einige Teilbereiche der SEO, in denen Sie mit fokussiertem und bewusstem Vorgehen das Nutzerverhalten optimieren können. Übrigens können Sie bei manchen dieser Punkte durchaus KI einsetzen, um sich unter die Arme greifen zu lassen.

1. Erstellen Sie überzeugende Titel und Meta-Beschreibungen.

Metadata ist einer der wichtigsten Bereiche der SEO und entscheidend, wenn Sie Ihr Nutzerverhalten optimieren möchten. Title-Tags und Meta-Beschreibungen sollten den dahinterliegenden Content treffend widerspiegeln und relevante Keywords enthalten, um Ihre CTR zu steigern.

2. Verbessern Sie die Inhaltsqualität.

Hochwertige Inhalte sind das A und O. Zeiten von Keyword-Stuffing und Daumen drücken sind vorbei. Googles Algorithmen legen, so wird gesagt, besonderen Wert auf hilfreiche, verlässliche und „People-First“-Inhalte. Diese sollen den Nutzer*innen dienen – nicht nur den Suchmaschinen.


Bieten Sie also wertvolle, gut strukturierte und informative Inhalte, die die Suchintention erfüllen und Besucher*innen bei der Stange halten. Wenn Sie KI für die Content-Erstellung nutzen, was völlig in Ordnung ist, stellen Sie nur sicher, dass den Nutzer*innen klar ist, welche Rolle die Automatisierung in den von ihnen gelesenen Inhalten spielt. Google empfiehlt unter anderem, sich folgende Fragen zu stellen, wenn KI-generierter oder KI-gestützter Content veröffentlicht wird:

  • Ist für Besucher*innen klar erkennbar (z. B. durch Kennzeichnungen), dass KI oder automatisierte Tools an der Erstellung des Inhalts beteiligt waren?
  • Geben Sie Hintergrundinformationen darüber, wie KI-Generierung eingesetzt wurde?
  • Erklären Sie, warum KI zur Erstellung von Inhalten als nützlich erachtet wurde?

Eine gute Praxis ist es, an entsprechenden Stellen KI-Offenlegungen zu verwenden, wenn Sie Algorithmen als helfende Hand einsetzen.

3. Verbessern Sie die Seitenladezeit

Wenn Seiten Ihrer Website zu lange laden, springen die Besucher*innen ab. Zwei Sekunden Ladezeit gelten allgemein als Maximum, bevor Nutzer*innen sich genervt abwenden. Wenn Ihre Website länger braucht, können Sie Folgendes tun:

  • Bilder optimieren, indem Sie Dateien komprimieren und geeignete Formate nutzen.
  • HTTP-Anfragen minimieren, zum Beispiel durch das Zusammenführen von Dateien oder das Reduzieren von Plug-ins und Widgets.
  • Überflüssigen Code entfernen, um die Seite schlanker zu machen.

4. Optimieren Sie die Nutzererfahrung (UX)

Eine klare, aufgeräumte UX-Design-Struktur ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für SEO. Sie umfasst zahlreiche Elemente vom grundsätzlichen Webdesign bis hin zur Schriftart. Es gibt zwar keine starren Regeln oder Vorlagen, an die Sie sich halten müssen, aber ein paar Must-haves in puncto UX sind:

  • Übersichtliche Navigation
  • Gut lesbare Schriftarten
  • Aufgeräumtes, strukturiertes Layout

Alles, was Ihre Website benutzerfreundlicher macht, ist ein Gewinn für die Suchmaschinenoptimierung.

5. Setzen Sie auf Multimedia-Elemente

SEO besteht schon lange nicht mehr nur aus geschriebenen Inhalten. Geschickt eingesetzte interaktive Elemente wie Videos, Bilder oder andere interaktive Module können die Nutzerinteraktion und die Verweildauer erhöhen.

6. Nutzen Sie interne Verlinkungen

Sinnvolle interne Verlinkungen regen Besucher*innen dazu an, auf Ihrer Website weiter zu klicken. Mit durchdachten Link-Platzierungen und passendem Ankertext können Sie die Absprungrate reduzieren. Leiten Sie User zu verwandten Inhalten auf Ihrer Seite, um die durchschnittliche Anzahl von Seitenaufrufen pro Sitzung zu steigern.

7. Beobachten und analysieren Sie das Nutzerverhalten

Zum Schluss gilt eine bewährte Praxis aller Marketer: Überwachen und analysieren Sie Ihre Ergebnisse. Nutzen Sie führende Tools wie Google Analytics und die Google Search Console, um das Nutzerverhalten zu erfassen und Verbesserungspotenziale zu erkennen. Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, setzt Heatmaps ein, um zu sehen, wo Nutzer*innen am häufigsten klicken (und wo nicht). Anhand dieser Daten können Sie Anpassungen vornehmen, die das Nutzerverhalten optimieren und die Interaktion steigern.

Nutzen statt ausnutzen

Hier also noch einmal Ihr freundlicher Reminder: Setzen Sie KI durchdacht ein. Sonst riskieren Sie, eine Menge Content zu erstellen, der Ihnen absolut nichts bringt. Schlimmer noch: Es könnte Ihre SEO-Bemühungen um gefühlte zehn Jahre zurückwerfen.

Ja, nutzen Sie KI, um Inhalte zu erstellen. Aber geben Sie ihnen Substanz, indem Sie – als Mensch – gezielt für wichtige Nutzersignale optimieren. Vielleicht wird KI eines Tages auch diese Aufgaben übernehmen können und wir werden ihr Lob singen. Aktuell benötigt sie jedoch noch einen wachsamen Marketing-Blick und gezielte Eingriffe, damit die Inhalte wirklich Wirkung zeigen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde ursprünglich auf contentmarketing.ai veröffentlicht.